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Gewinneinbruch bei Swiss Life AG

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Gewinneinbruch bei Swiss Life AG

Die Swiss Life Aktiengesellschaft hat knapp acht Wochen nach Jahresbeginn für das abgelaufene Jahr 2012 einen Gewinnrückgang von reichlich achtzig Prozent gegenüber dem Vorjahr bekanntgegeben. Damit verknüpft wurde die für alle Aktionäre positive Nachricht, deren Dividende mit 4,50 SFR je Aktie gegenüber dem Jahre 2011 unverändert   zu belassen. Alle Zahlen belegen, dass die Ursache für den in dieser Höhe doch  überraschend geringen Jahresgewinn in der Übernahme der AWD Holding AG aus dem Jahre 2007 zu suchen und zu finden ist.

Aus der im Jahre 1857 gegründeten Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt wurde im Jahre 2004 die heutige Swiss Life AG mit Sitz in Zürich. Swiss Life ist der größte Lebensversicherer im Lande. Zu den Konzernbeteiligungen innerhalb der Swiss Life-Gruppe gehören unter anderem die Schweizer Immobilien-Treuhand Livit AG mit Sitz  in Zürich und die deutsche AWD Holding AG aus Hannover. AWD steht für Allgemeiner Wirtschaftsdienst und wird immer auch in einem Atemzuge mit seinem Gründer Carsten Maschmeyer genannt. Der hatte den AWD nach der Firmengründung im Jahre 1988 binnen kurzer Zeit zu einem der europaweit führenden Finanzdienstleister auf der Grundlage des Strukturvertriebs aufgebaut. Knapp zwanzig Jahre später übernahm Swiss Life sukzessive die Aktienmehrheit am AWD bis hin zu knapp hundert Prozent. Aus mehreren personellen Entscheidungen in den folgenden Jahren konnten Insider erkennen, dass Übernahme und Einbindung von Maschmeyer keineswegs so reibungslos und erfolgreich verliefen wie zunächst angenommen oder gewünscht. Seit Ende 2009 werden keine AWD-Aktien an der Börse gehandelt. Im Dezember 2011 verließ  Maschmeyer den Verwaltungsrat von Swiss Life und reduzierte seinen Aktienanteil an Swiss Life auf unter drei Prozent. Swiss Life arbeitet seit einiger Zeit an einer Restrukturierung des AWD mit dem Ziel, diesen Namen im laufenden Jahr 2013 durch die neue Firmierung Swiss Life Select zu ersetzen.

Die vergangenen Jahre und insbesondere das Jahr 2012 haben gezeigt, dass die AWD-Übernahme für Swiss Life mehr als kostspielig war. Der AWD-Übernahmepreis in Höhe von 1,2 Milliarden Euro erwies sich als deutlich zu hoch. Die AWD-Umsätze in den Jahren 2008 und folgende blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Rechtsstreitigkeiten mit AWD-Anlegern in Deutschland verursachten Jahreskosten im zweistelligen Millionenbereich. Unter Berücksichtigung all dieser Aufwendungen beträgt der 2012er Gewinn von Swiss Life nach Landeswährung reichlich 90 Millionen SFR. Der 2011er Gewinn war mit 606 Millionen SFR um 85 Prozent höher. Der Gewinn im operativen Geschäft lag im Jahre 2012 mit 680 Millionen deutlich über dem des Vorjahres. Die Lücke von 680 zu 90 Millionen SFR macht deutlich, was der AWD letztendlich die Swiss Life AG unterm Strich gekostet hat.

Damit soll in wenigen Wochen Schluss sein. Swiss Life Select ist die Zukunft, der AWD die dann getilgte Vergangenheit.

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