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Novartis und der Millionen Verzicht von [Ex] Präsident Vasella

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Novartis und der Millionen Verzicht von [Ex] Präsident Vasella

Am Freitag, dem 22. Februar  hat die Schweizer Novartis AG ihre diesjährige Generalversammlung in der Baseler St. Jakobshalle abgehalten. Für den Verwaltungsratspräsidenten Daniel Vasella war es gleichzeitig die letzte in dieser Funktion. Mit Jörg Reinhardt steht sein Nachfolger zum 1. August 2013 bereits fest. Die diesjährige Aktionärsversammlung verlief unterm Strich harmonisch und insgesamt erfolgreich. Das lag auch daran, dass Vasella rechtzeitig vor Sitzungsbeginn den Verzicht auf einen von ihm ausgehandelten Vertrag bekanntgegeben hatte. Dabei handelte es sich um einen zunächst sechsjährigen Beratervertrag. Das ist die Sichtweise von Vasella.

Der Novartis AG ging es aber eher um ein Konkurrenzverbot. Der eine sollte dafür 72 Millionen Schweizer Franken, also knapp 60 Millionen Euro erhalten; dem anderen hingegen war es diese Summe wert, um für die kommenden Jahre einen Knowhow-Transfer zu unterbinden. Vasealla hatte dieses Ergebnis für sich ausgehandelt und wurde in der schweizerischen Presse sowie auch international dafür kritisiert. Offensichtlich haben die Kritiker dabei übersehen, dass zu einem Vertrag immer zwei Seiten gehören. Ein Vertrag kommt nur durch Angebot und Annahme zustande. Es wird das angenommen, was angeboten wird, oder umgekehrt. In welcher Reihenfolge letztendlich Angebot und Annahme ausgehandelt werden, bleibt bei integren Vertragspartnern eine vertrauliche Angelegenheit.

Der im August 1953 geborene Schweizer Manager Daniel Vasella war von 1996 bis 2010 als Chief Executive Officer (CEO) für die Novartis AG tätig. Die Position als Verwaltungsratspräsident übernahm er im Jahre 1999 und gab sie mit Ablauf der 2013er Generalversammlung auf. Bis zum August übernimmt sein Stellvertreter seine Aufgaben und Verantwortung. Vasella war reichlich ein Jahrzehnt lang sozusagen die Doppelspitze des Unternehmens. Die Novartis AG wurde im Jahre 1996 aus der Fusion der beiden Unternehmen Sandoz und Ciba-Geigy gegründet. Vasella war von der Gründung an dabei und kennt das Unternehmen wie kein Zweiter.

Für den 3. März ist eine Volksabstimmung zur Eidgenössischen Volksinitiative gegen die Abzockerei terminiert. Ziel der Kritik sind hohe Bezüge von Vorständen und Führungspersönlichkeiten in großen Unternehmen der freien Wirtschaft. Initiiert wurde sie Mitte der 2000er Jahre von dem Schweizer Unternehmer Thomas Minder. Im Vorfeld dieser landesweit begrüßten Volksabstimmung wurde der schon fest ausgehandelte Vertrag zwischen Novartis und Vasella bekannt. Vasella stand buchstäblich am Pranger. Nur sein Verhalten wurde kritisiert. Die Kritiker ließen dabei außer Acht, dass ohne das OK von Novartis dieser Vertrag nie hätte zustande kommen können. Unter dem Druck der Öffentlichkeit erklärte Vasella im Vorfeld der Generalversammlung den Vertrag für obsolet.

Wie Novartis nun mit den Themen Knowhow-Transfer, Beratervertrag, Konkurrenzverbot    und anderes mehr umgeht, darauf ist nicht nur die Schweizer Öffentlichkeit, sondern sicherlich auch der seit wenigen Tagen arbeitslose, keinesfalls aber vermögenslose Vasella gespannt.

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